Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Optimization in Robotics and Biomechanics

Robotik am Menschen - Prothetik und Orthetik aus technischer, medizinscher, historischer und ethischer Perspektive

Dozenten:

  • Prof. Dr. Katja Mombaur (Informatik / Robotik)
  • PD Dr. Philipp Osten (Geschichte und Ethik der Medizin)
  • PD Dr. Sebastian Wolf (Medizin / Orthopädie)
  • Prof. Dr. Gregor Etzelmüller (Theologie)
  • Dr. Nadja Primc (Geschichte und Ethik der Medizin)
  • Alexander Schubert (Informatik / Robotik)

Termine

  • 20. November 2015, 14:00 bis 19:00, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
    Schwerpunkt Prothetik und Orthetik, Patientenversorgung
    Programm

  • 08. Januar 2016, 14:00 bis 19:00, Im Neuenheimer Feld 327, Insitut für Geschichte und Ethik der Medizin, Bibliothek (1. Stock)
    Schwerpunkt Historisch-technische Entwicklung und Zukunftsperspektiven
    Programm

  • 17. Februar 2016, 14:00 bis 19:00, Ort t.b.a.
    Schwerpunkt Enhancement und ethisch/philosophisch/theologische Einordnung

  • 18. Februar 2016, 14:00 bis 19:00, Ort t.b.a.
    Schwerpunkt Zugang zu und Finanzierung von moderner Medizintechnik

Seminarinhalte:

Das Zusammenwirken von Physiologie, Orthopädie, Robotik, Regelungstechnik und Materialwissenschaft hat in den letzten Jahren einen rasanten Entwicklungsschub im Bereich der Prothetik und Orthetik ausgelöst. Das Seminar ermöglicht einen Blick auf die aktuelle Forschung im technischen und medizinischen Bereich und zeigt die Möglichkeiten der Anwendbarkeit in der heutigen Medizin. Geschichte, Ethik und Theologie erweitern den Reflektionsraum.
Ziel der Prothetik ist es, Patienten als Ersatz von fehlenden Körperteilen eine individuelle multifunktionale prothetische Versorgung zu bieten, die es ihnen ermöglicht, alltägliche Bewegungen natürlich und ungehindert auszuführen. Spezielle Prothesen, z.B. für bestimmte Sportarten, erlauben den Athleten inzwischen ein derartig hohes Leistungsniveau, dass ihnen teilweise ein Vorteil gegenüber Athleten ohne Prothesen unterstellt wird. Orthesen und Exoskelette hingegen ersetzen keine Gliedmaßen, sondern dienen existierenden Körperteilen Stütze oder Bewegungsantrieb. Ihr Einsatzbereich reicht von der lokalen Bewegungsunterstützung einzelner Gelenke bis zum Enhancement der Kräfte gesunder Menschen und zur Ganggenerierung bei Querschnittsgelähmten.       

 

Vor 100 Jahren, im Ersten Weltkrieg, füllten Hunderte von Prothesen-Modellen die Ausstellungssäle populärer Kriegsausstellungen. Aus historischer Sicht werden technische, medizinische und soziale Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf Patienten analysiert. In der Philosophie bestimmt die Enhancement-Debatte die Diskussion über Chancen und Risiken der Robotik. Aus ethischer Sicht wäre zu fragen, inwiefern Prothetik und Orthetik auch die Person als Ganzes betreffen und als Eingriff in die Persönlichkeit verstanden werden müssen. Diese Frage stellt sich insbesondere, wenn man Körper und Persönlichkeit nicht dualistisch trennt, sondern das menschliche Leben als prinzipiell verkörpertes versteht, so dass alle körperlichen Prozesse stets in einem Wirkungszusammenhang mit psychischen Prozessen stehen.

Zielgruppe:

Studierende und Doktoranden aller Fachrichtungen, insbesondere Studierende der Marsilius-Studien. Die Anmeldung erfolgt über das Marsilius-Kolleg.

Für Studierende aller Fachrichtungen besteht ggf. die Möglichkeit zum Erwerb von Leistungspunkten im Bereich "Übergreifende Kompetenzen". 

K. Mombaur, orb@uni-hd.de
Last Update: 29.12.2015 - 07:56

The photographs in the header of this webpage have been taken at the Musee de l'Automate in Souillac, France